Argumente

Die Verkleinerung des Arbeitsplatzgebiets Sood und dessen Kompensation im unüberbauten Gebiet Lätten ist aus verschiedenen Gründen abzulehnen. Hervorzuheben sind dabei folgende Punkte:

Der rechtskräftige regionale Richtplan Zimmerberg wurde erst im Jahre 2018 festgelegt. Es bestehen keine triftigen Gründe dafür, mit einer Richtplanrevision nach nur wenigen Jahren das Vertrauen in eine minimale Beständigkeit der Richtplanung zu untergraben.

Der Boden muss haushälterisch genutzt werden (Art. 75 Bundesverfassung und Art. 1 Raumplanungsgesetz). Die Siedlungsentwicklung hat nach innen zu erfolgen, nötigenfalls unter Verdichtung bereits bebauter Gebiete (z. B. durch «Übereinanderstapeln» von Gewerbe- und Dienstleistungsnutzungen). Ein Überbauen zusammenhängender unüberbauter Gebiete kommt nur noch in seltenen Ausnahmefällen in Betracht. Ein solcher Ausnahmefall liegt beim Gebiet Lätten nicht vor. Das Gebiet liegt gemäss geltender Bau- und Zonenordnung in der Reservezone und ist damit für nächste Generationen vorgesehen. Gründe dafür, die Notreserve ohne Ausschöpfung aller realistischen Verdichtungsmöglichkeiten anzuzapfen, liegen nicht vor.

Das Gebiet Lätten ist mit öffentlichem Verkehr völlig ungenügend erschlossen. Dagegen ist das Gebiet Sood, von wo unverständlicherweise Arbeitsplatznutzungen abgezogen werden sollen, durch eine S- Bahn-Station und ein leistungsfähiges Strassennetz bereits gut erschlossen. Das Strassensystem im Gebiet Lätten, das dem Individualverkehr und dem strassengebundenen öffentlichen Verkehr dient, könnte eine weitere massive Belastung, wie sie bei einer Überbauung zu erwarten wäre, nicht verkraften.

Wichtige öffentliche Interessen sprechen ausserdem für die Freihaltung des Gebiets Lätten:

  • es handelt sich um ein beliebtes Naherholungsgebiet, nicht nur für die in der unmittelbaren Umgebung wohnenden und arbeitenden Menschen;
  • der langgezogene Grünstreifen Lätten ist ganz im Sinne der raumplanerischen Zielsetzungen ein willkommener und notwendiger Trenn- und Gliederungsgürtel im Siedlungsgebiet;
  • das Gebiet ist bedeutend für Natur und Landschaft, als Lebensraum für seltene und vom Aussterben bedrohte Pflanzen und Tiere sowie zur übergreifenden Landschafts- und Lebensraumvernetzung;
  • sodann dient das mehrheitlich landwirtschaftlich genutzte Gebiet Lätten auch der Nahrungsmittelproduktion (Landwirtschaftsbetrieb Stockengut Kilchberg, Familiengärten).

Die Konsequenzen der heutigen Planung im Gebiet Sood und Lätten gehen weit über diese hinaus. Mit dem gewählten Konzept Landwertsteigerung im Zentrum (Sood) durch Verdrängung der weniger einträglichen Arbeitsplatznutzung auf die grüne Wiese (Lätten), werden falsche Anreize zum bedenkenlosen Landverzehr auch an anderen Orten der Planungsregion geschaffen. Es gilt daher, den Anfängen zu wehren, und die Teilrevision entschieden abzulehnen. Angemerkt sei, dass unbestrittene Teile des Revisionspakets bei Bedarf ohne Weiteres Gegenstand einer neuen und separaten Revisionsvorlage ohne die Änderung der Nutzungsvorgaben für den Sood und den Lätten sein könnten.

Der Souverän soll nun entscheiden – Mit über 2’400 gültigen Unterschriften aus dem gesamten Bezirk Horgen haben wir erreicht, dass alle stimmberechtigten Bürgerinnen und Bürger am 15. Mai 2022 über die wichtigen, zukunftsweisenden Änderungen in ihrer Wohnregion selbst entscheiden können.